Donauwörther Brauhaus Brautradition

Reiche Donauwörther Bierbrau-Tradition

Donauwörther Biergeschichte(n)

Typischer Malzgeruch in den Straßen, kühle Bierkeller unter der Erde, grüne Hopfenfelder im Umland
Mitarbeiter Kronenbrauerei

Die Donauwörther und ihr Bier – das ist eine wechselvolle Beziehung, die in ihren Ursprüngen bis ins Mittelalter zurückreicht. Kunrad Mulner hieß der erste urkundlich erwähnte Brauer, der schon im Jahr 1351 die Schwäbischwerder mit seinem Bier beglückte. In dieser Zeit galt der relativ geringe Alkoholgehalt neben seiner leicht berauschenden Wirkung vor allem als effektives Mittel zur Abtötung von Keimen. So fand das Bier als gesunde Alternative zum häufig verschmutzten Trinkwasser allgemeine Verbreitung. Geschmack und Zutaten des mittelalterlichen Biers sind wohl nur bedingt mit unseren heutigen Trinkvorlieben vereinbar. Neben Hopfen wurde häufig eine Vielzahl von zum Teil gefährlich berauschenden „Kräuterchen“ als Würzmittel beigemischt. Doch bereits 1535 ordnete der Donauwörther Rat in einem ersten Reinheitsgebot die Verwendung von Gerste, Hopfen und Wasser an.

Total regional wurden die Zutaten damals bezogen: Im 16. Jahrhundert wuchs der Hopfen an den Hängen in Richtung Zirgesheim und entlang des Kaibachs. So ist es kaum verwunderlich, dass sich die Schwäbischwerder in den Schicksalsstunden des Kreuz- und Fahnengefechts 1606/07 auch mit Hopfenstangen „bewaffneten“. Noch im Jahr 1830 wurden auf Donauwörther Flur 19 Tagwerk Hopfen angebaut.

In reichsstädtischer Zeit trank man in Donauwörth noch mehr Wein als Bier. Erst mit der „Bayerischwerdung“ nach 1607 änderte sich der Konsum schrittweise zu Gunsten des Gerstensafts. Für Brauer, die keinen eigenen Sudkessel besaßen, unterhielt die Stadt ein eigenes Brauhaus. Zwei bis dreimal im Jahr wurde dort gebraut. Im Jahr 1827 gab es in Donauwörth elf Brauereien. 1899 wurden im Stadtgebiet sage und schreibe 20755 Hektoliter Braunbier gefasst.

Typischer Malzgeruch in den Straßen, kühle Bierkeller unter der Erde, grüne Hopfenfelder im Umland – die Brautradition gehörte über Jahrhunderte zum Stadtbild. Bis 1981: Mit der Schließung der Kronenbrauerei fiel Donauwörths Bierkultur in den Dornröschenschlaf. Jetzt wird die 670jährige Braugeschichte fortgesetzt.

Mario Felkl – Dipl. Archivar (FH)

01234567890012345678900123456789001234567890

ERSTER BRAUER

0123456789001234567890

BRAUEREIEN

012345678900123456789001234567890                     %

TRADITION

Nach oben scrollen